Über Kampf und Moral zu zwei Punkten
Lennart Suttner hält in den letzten Minuten den Sieg der Friesländer fest. Viele Fehler prägen die Partie. VON JOCHEN SCHRIEVERS
JEVER/SCHORTENS – Jubelnd fallen sich die Handballer der HG Jever/Schortens in die Arme, die Zuschauer in der Jahnhalle applaudieren. Was vor einigen Jahren noch regelmäßig passierte, ist in letzter Zeit selten geworden. Doch am Samstag nach der Partie gegen den TV Cloppenburg II war es wieder soweit. 21:17 hieß es nach 60 Minuten für die Friesländer, die dem Klassenerhalt damit ein großes Stück näher gekommen sind.
Dabei hatte es lange nicht gut ausgesehen für die Mannschaft von HG-Trainer Axel Wolf. Während die Defensive um Torwart Torsten Janssen sich gegen die Cloppenburger ordentlich präsentierte, hatte die Offensive einige Probleme, das Leder im gegnerischen Gehäuse unterzubringen. Das lag zum einen am gut aufgelegten TV-Schlussmann, vor allem aber an der hohen Fehlerquote, die sich alle HGAkteure leisteten. So lebte die Partie eher von Kampf und Spannung, als von Tempohandball, wobei die Cloppenburger immer wieder vorlegten. Doch die Wolf-Sieben ließ sich nicht abschütteln. Nach dem 5:7 in der 25. Minute wurden beim Stand von 8:9 die Seiten gewechselt. „Vor allem in der ersten Halbzeit war allen anzumerken, was auf dem Spiel stand. Aber wir glauben an die Mannschaft und die Mannschaft glaubt an sich selbst“, sagte HG-Co- Trainer Dietmar de Vries nach Spielschluss. Dass die Gastgeber sich auch durch Rückschläge nicht aus der Bahn werfen ließen, zeigte der zweite Durchgang. Da gelang es der HG mehrfach auszugleichen. Mehrfach hatte sie auch die Chance, in Führung zu gehen. Doch es sollte einfach nicht sein. Beim Stand von 12:12 setzte Torben Schoster einen Siebenmeter neben das Tor, beim 13:13 ließen die Gastgeber gleich vier Gelegenheiten aus. Auch beim 16:16 war das Heimteam vier Mal vor dem gegnerischen Gehäuse in Ballbesitz – jedoch ohne Erfolg.
Doch auch die Gäste ließen reihenweise gute Chancen aus und die Partie blieb spannend. 20 Minuten vor dem Ende hatte Axel Wolf Lennart Suttner für Torsten Janssen zwischen die Pfosten geschickt, obwohl dieser gut gehalten hatte. Dieser Wechsel erwies sich als Glücksgriff.
Beim Stand von 17:17 vier Minuten vor dem Ende parierte Suttner einen Siebenmeter und gab damit den Startschuss zur starken Schlussphase. Ein Doppelschlag von Kai Berend brachte die erste Führung für die HG. Auch eine Zeitstrafe gegen Marvin Oschmann brachte die Handballer aus Jever und Schortens nicht ins Wanken. In einer Auszeit stimmte Wolf seine Mannschaft noch einmal für die letzten zwei Minuten ein. Doch da war sie schon auf die Siegerstraße eingebogen. Denn der gehaltene Siebenmeter und die zwei schnellen Tore hatten bei den Cloppenburgern Spuren hinterlassen. Und so bestimmte die HG auch in den verbleibenden zwei Minuten klar das Geschehen und sicherte sich die beiden Punkte. Den 22. Treffer verpasste Jan Bergmann. Er war bei seinem Tempogegenstoß etwas zu langsam, sodass ihn die Schlusssirene ausbremste.
„Der Sieg war wichtig, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Unsere volle Konzentration gilt jetzt Grönegau-Melle“, sagte de Vries über die Partie beim Vorletzten am nächsten Sonntag.