Abschied mit hängenden Köpfen

Sieg im letzten Heimspiel der Saison war zum Greifen nah. Insgesamt zeigte die HG eine gute Leistung.
VON KATHRIN KRAFT
JEVER – Es hätte so schön sein können, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Wenn Henning Cassens und Jan Bergmann nicht in den letzten zwei Spielminuten noch Zeitstrafen kassiert hätten, wenn Sebastian Pudelko den letzten Wurf rein gemacht hätte, wenn der Gegner nicht seinerseits zwei Sekunden vor Spielschluss das entscheidende Tor markiert hätte. Dann hätte die HG Jever/Schortens dem Tabellenführer der HandballVerbandsliga, dem ATSV Habenhausen II, nämlich mächtig die Tour vermasseln können. So jedoch blieben am Ende des letzten Saisonheimspiels nur die 22:23-Niederlage und hängende Köpfe.
Gemessen an der Gesamtleistung hatten die HG-Spieler gar keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Ein 22:23 gegen den Tabellenführer war erstens ein sehr ordentliches Ergebnis, und zweitens war die HG über weite Strecken des Spiels sogar in Front. Bis zum 7:7 verlief die Partie ausgeglichen, dann setzten sich die Gastgeber ab. Bis zur Pause hatten sie sich eine 13:9Führung erarbeitet.
Nach dem Seitenwechsel blieb der Vier-Tore-Vorsprung zunächst bestehen. Die Jeveraner und Schortenser agierten in der Abwehr sicher und zwangen den ATSV zum Zeitspiel. Auch im Angriff wurde konzentriert gespielt, bis sich eine Lücke ergab. Dieses Spiel hielten die Gastgeber bis zur 50. Minute durch. Sechs Minuten dauerte es, dann war
die Vier-Tore-Führung dahin und es stand 20:20. Die HG ließ sich von der plötzlichen Bedrängnis nicht entmutigen. Torsten Janßen, der im Tor der Friesländer eine gute Partie ablieferte, hielt seine Mannschaft im Spiel.
In der 59. Minute nahm das Unheil jedoch seinen Lauf. Henning Cassens wurden von den Unparteiischen vom Feld gestellt. Beim Stand von 22:21 nahm HG-Spielertrainer Sören Krebst, der den selber auf der Platte stehenden Hero Dirks an der Seitenlinie vertrat, eine Auszeit. Da standen noch 43 Sekunden auf der Uhr. Statt des 23:21-Treffers verloren die Gastgeber jedoch den Ball, und Jan Bergmann ließ sich zu einem Foul hinreißen. Auch er bekam eine Zeitstrafe, dem ATSV wurde ein Siebenmeter zugesprochen. Die aufmunternden Worte von Dirks an Janßen waren nett gemeint, der Ball landete trotzdem im Netz – 22:22. Die HG war in Ballbesitz und hatte die Chance auf den Siegtreffer. Sebastian Pudelko übernahm Verantwortung, und scheiterte von außen am gegnerischen Torhüter. Der Abpraller landete ausgerechnet beim gegnerischen Yannick Schäfer, der sich zwei Sekunden vor Spielschluss das schönste Geburtstagsgeschenk selber machte: den 23:22-Siegtreffer. So passierte nämlich doch, was Dirks eigentlich nicht wollte: Die Gäste jubelten.
HG Jever/Schortens - ATSV Habenhausen II 22:23 (13:9) HG Jever/Schortens: Hilbinger und Janßen im Tor; Meyer (1 Tor), Graalfs (1), Cassens (3), Schoster, Krebst (2/1 Siebenmeter), Tammen, Keib (1), Bergmann (11/2), Siebels, Pudelko (1), Oschmann, Dirks (1). Siebenmeter: HG 4/3; ATSV 6/3. Zeitstrafen: HG 6; ATSV 4. Schiedsrichter: Thomas Voigt und Michael Kuper.

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