Die HG und die zehn „Phantomsekunden“ von Mühlen
MüHLEN/JEVER/TOB – Aufgebracht waren nicht nur die Verantwortlichen der HandballLandesliga-Frauen der HG Jever/Schortens nach dem Spiel bei Grün-Weiß Mühlen. Auch die HG-Spielerinnen sahen sich beim 20:20 um einen Sieg betrogen.
Den Grund dafür lieferten die letzten fünf Spielminuten der Partie und ein dabei wenig souverän agierendes Schiedsrichtergespann. In einer ausgeglichenen Partie wurde Lisa Speckmann fünf Minuten vor dem Ende bei einem Tempogegenstoß rüde am Kreis gefoult. Doch der erwartete Pfiff der Schiedsrichter blieb aus. Stattdessen wurde Speckmann bei einem anschließenden Revanchefoul in der 58. Minute mit der Roten Karte vom Platz gestellt. „Die kann man geben“, befand auch Birgit Graalfs, Betreuerin der HG, nach Spielende. Die eigentliche Schlüsselszene folgte aber nur wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff. Kira Schoster eroberte beim Stand von 19:19 den Ball und lief allein auf das Tor der Gastgeber zu. Auch sie wurde ähnlich wie Speckmann zuvor am Torwurf gehindert, doch der Ball landete trotzdem mit der Schlusssirene im Mühlener Netz. Bange Blicke zu den Schiedsrichtern brachten die Gewissheit: Der Treffer zählte.
Noch während sich die HGSpielerinnen jubelnd in den Armen lagen, sahen sich die Unparteiischen wütenden Protesten der Gastgeber ausgesetzt. Was dann geschah, darf getrost der Abteilung Kuriositäten zugeschoben werden. „Plötzlich hieß es, dass noch weitere zehn Sekunden zu spielen sind“, erklärte Graalfs. „Wir hatten eigentlich Angst, dass unser Treffer überhaupt noch in der regulären Spielzeit gefallen ist“, sagte die Betreuerin. Doch an der Entscheidung der Schiedsrichter war nicht zu rütteln. Joachim Neckermann, Trainer der HG, nahm die Entscheidung fassungslos entgegen und hatte im Anschluss Mühe, seine Abwehr neu zu sortieren. Die Verunsicherung forderte ihren Tribut. GW Mühlen nutzte die sich bietende letzte Chance und erzielte den 20:20-Ausgleichstreffer.
GW Mühlen - HG Jever/Schortens 20:20 (12:10)
HG Jever/Schortens: Möhlmann (23
Paraden) und Bergmann im Tor, Berger (3), Diefenbach (1), Schoster (3), Müller (5/1), Wasilewski (2), Pannen (2), Post, Speckmann (1), Muschick, Busalski (3), Madena.
Siebenmeter: GW 3/4; HG 1/3. Zeitstrafen: GW 1; HG 5.
Rote Karte: Speckmann (58. Minute, ohne Bericht).
Schiedsrichter: Höpken/Kuck.