Durchschlagskraft fehlt vor der Pause

Im ersten Durchgang entwickelte die HG zu wenig Torgefahr. Fu?hrung wechselte mehrfach.
VON KEVIN RITTER

JEVER – Petra Brunet ha?lt es nicht auf der Bank. Soeben hat ihre Mannschaft den Ausgleich zum 19:19 erzielt und es sind noch knapp zwei Minuten zu spielen. Die Spannung in der Sporthalle an der Jahnstraße ist beinahe greifbar. Die Trainerin der Landesliga-Handballerinnen der HG Jever/Schortens geht an der Außenlinie auf und ab und gibt ihren Schu?tzlingen in der Deckung Anweisungen. Die Gastgeberinnen erka?mpfen den Ball. Corinna Mu?ller wird rechts außen freigespielt, versucht einen Heber – und das Leder landet auf der Latte. Der entscheidende Treffer gelingt in der letzten Minute keinem der bei-
den Teams. So blieb es am Sonnabend beim 19:19-Unentschieden.Richtig anfreunden mit der Punkteteilung wollten weder Brunet noch ihre Trainerkollegin Kathrin Busalski sich. So bema?ngelte Brunet insbesondere die fehlende Effektivita?t bei den Tempogegensto?ßen. Busalski machte vor allem die Leistung vor der Pause dafu?r verantwortlich, dass es nicht zum Sieg gereicht hat. „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen. Wir sind nicht in unser Tempospiel reingekom-men“, kritisierte sie, fand eine Erkla?rung aber sogleich auch im Deckungsverbund des Gegners: „Neerstedt hat eine gute 6:0 gespielt.“ Der erste Abschnitt war auf beiden Seiten von a?ußerst unterschiedlichen Phasen gepra?gt. Die HG ging zuna?chst 5:2 in Fu?hrung. Wa?hrend dem TV bis dahin – auch aufgrund der gut aufgelegten Sandra Mo?hlmann im
HG-Geha?use – u?ber einen la?ngeren Zeitraum kein Torerfolg gelang, trafen die Gastgeberinnen nun ihrerseits minutenlang nicht mehr. Neben zahlreichen leichten Ballverlusten war die vom Trainergespann kritisierte fehlende Wurfeffektivita?t der Friesla?nderinnen die Ursache dafu?r. Daran hatte TV-Torfrau Katharina Marks einen nicht unwe-
sentlichen Anteil. Bekam sie zu Beginn keine Hand an den Ball, war sie plo?tzlich kaum noch zu u?berwinden. 13 Wu?rfe parierte sie bis zur Pause. Logische Konsequenz war ein 8:11Ru?ckstand, fu?r den Busalski die Nervosita?t bei ihren Schu?tzlinge verantwortlich machte.
Im zweiten Durchgang zeigte sich die HG offensivsta?rker.„In der zweiten Halbzeit hat
man gesehen, wenn wir inunser Tempospiel reinkommen, dass wir dann auch unsere Tore erzielen“, erkla?rte Busalski. Die HG holte den Ru?ckstand flugs auf und ging bereits in der 36. Minute wieder in Fu?hrung (13:12). Allerdings schaffte es die Mannschaft nicht, sich entscheidend abzusetzen. Im Gegenteil, in der Schlussphase kam der TV Neerstedt noch einmal zuru?ck und drehte den Spielstand. So lief die HG fu?nf Minuten vor dem Ende wieder einem Ru?ckstand hinterher (17:19).Die beiden Trainerinnen reagierten und beorderten Mo?hlmann fu?r die keinesfalls entta?uschende Deike Bergmann zuru?ck zwischen die Pfosten. Sie sollte keinen Treffer mehr zulassen. Am anderen Ende des Spielfelds sorgten Kira Schoster und Mareike Mu?ller fu?r das 19:19. Den letzten Wurf des Spiels von Corinna Mu?ller keine zehn Sekunden vor Schluss allerdings parierte TV-Nachwuchstorhu?terin Karen Tapkenhinrichs.

HG Jever/Schortens - TV Neerstedt 19:19 (8:11)

HG Jever/Schortens: Mo?hlmann (1.-30 und 55. bis 60./11 Paraden) und Bergmann (30. bis 55./9) im Tor; Kolbusch (4 Tore/2 Siebenme- ter), Diefenbach (4), C. Mu?ller (3), M. Mu?ller (3), Schoster (2), Berger (1), Bohlen (1), Pannen (1), Muschik, Post.

Siebenmeter: HG 3/2; TV 6/6. Zeitstrafen: HG 4; TV 3. Schiedsrichter: Schwarze/Wilts.

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