Frackowiak ohne Mitleid für sein Team

Ohne Henning Cassens findet Jever/Schortens nicht zu seiner Linie. Krebst bester Torschütze. VON KATHRIN KRAFT

JEVER – Viele Worte fand Jaroslaw Frackowiak nicht, als er am Samstagabend still in der Jahnsporthalle stand und in den leeren Raum stierte. Seine Handball-Mannschaft hatte soeben ihr Verbandsligaspiel gegen den TuS Haren mit 21:25 (9:11) verloren. Die Worte, die der Coach für die Leistung seiner HG Jever/Schortens wählte, waren allerdings deutlich – und zwar deutlich kritisch. „Das war desolat, vorne und hinten“, fasste er kurz zusammen.

Schon im Vorfeld hatte sich Frackowiak ausführlich mit dem Gegner beschäftigt, und Kreisläufer Martin Giesen sowie Mittelmann Stefan Sträche als Köpfe der Mannschaft ausgemacht. Den zwei Meter großen Kreisläufer hatte die HG-Abwehr auch wohl im Griff, allerdings konnte der Rückraumspieler in den ersten zehn Minuten nach Belieben walten. Nach neun Minuten stand es 1:5 aus Sicht der Gastgeber und Frackowiak reagierte. Vier der fünf Treffer hatte Sträche erzielt, ab sofort stand dieser also unter Aufsicht. Marc Bergers kümmerte sich um den Rückraumspieler.

Fortan lief es auch etwas besser bei den Hausherren. Insbesondere Sören Krebst war es, der seine Mannschaft mit einigen verwandelten Siebenmetern wieder auf Schlagdistanz heranbrachte. Einmal kam die HG zum Ausgleich (6:6, 19. Minute), in die Pause ging es aber mit dem 9:11.

Für Torsten Janßen im HGTor kam nun Thomas Hilbinger, und der machte seine Sache gut. Trotzdem gelang es dem TuS Haren immer wieder, sich auf bis zu drei Treffer abzusetzen. Die Gastgeber gaben sich zwar Mühe, ihnen fiel aber wenig ein. Lediglich Sören Krebst mit elf Treffern und Finn Busalski mit sechs hielten ihr Team im Spiel, alle anderen blieben blass.

Hinzu kam, dass im zweiten Abschnitt auch TuS-Kreisläufer Martin Giesen besser ins Spiel kam und mit seiner Masse für ordentlich Platz sorgte. In den Schlussminuten machten Zeitstrafen und zu viele Fehlwürfe bei einfachen Möglichkeiten die 21:25-Niederlage der HG perfekt.

„Es kann nicht sein, dass die Mannschaft einen Henning Cassens nicht ersetzen kann“, schimpfte Jaroslaw Frackowiak. „Was wir vorne produziert haben, war eine Katastrophe.“ HG-Spieler Jan Bergmann – er blieb gänzlich ohne Tor – schlug in dieselbe Kerbe: „Es war kein gutes Spiel, aber wenn man die entscheidenden Dinger macht, gewinnt man auch das.“

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