HG Jever/Schortens bleibt zu Hause eine Macht

JEVER/SCHORTENS/TOB – Missmutig tritt Torben Koning seine Wasserflasche gegen die Wand. Es läuft die 42. Spielminute in der Sporthalle an der Jahnstraße. Soeben hat der Keeper des FC Schüttorf 09 Treffer Nummer 17 kassiert. Sieben Tore liegt sein Team gegen die Landesliga-Handballer der HG Jever/Schortens zurück. Die Plastikflasche ist noch geöffnet und ein Schwall Wasser ergießt sich auf den Hallenboden. Grund genug für den Torwart sich nur einen Angriff später lauthals beim Schiedsrichtergespann über den nassen Hallenboden zu beschweren. Für das bis dahin doch recht ruhige und darüber hinaus spärliche Publikum in der Sporthalle ist das ein gefundenes Fressen. Der Keeper macht den Fehler, sich mit den spöttelnden HG-Fans anzulegen. Für ihn wird es ein 20-minütiger Spießroutenlauf, denn jeder Treffer der HG wird fortan frenetisch gefeiert. Und das durchaus zurecht, denn die Hausherren haben das Spiel gegen den, zu dem Zeitpunkt, noch Tabellenersten gänzlich unter Kontrolle. Zwar häufen sich hüben wie drüben die Fehler und eine deutlich abgeklärtere Mannschaft als der FC Schüttorf hätte das sicherlich auch zu nutzen gewusst, am Ende jedoch gehen die Gäste an der Jahnstraße mit einer 16:23-Niederlage baden – und das auch in der Höhe verdient. Denn was Schüttorf gegen die HG ablieferte war eher einfallslos. Im Angriff bieder, in der Abwehr lückenhaft präsentierten sich die Gäste. Die Hausherren, die von der Unterstützung der Routiniers Sören Krebst und Markus Dröge aus der zweiten Mannschaft sichtlich profitierten, hatten nur in einigen Phasen Mühe, die Defensive der Schüttorfer auseinanderzuspielen. Im Tor brillierte Keeper Torsten Janßen, der mit 18 Paraden eine überdurchschnittlich gute Leistung zeigte und damit insbesondere die Rückraumschützen des FC zur Verzweiflung trieb – und dessen Torwart. Der hatte auch nach dem Schlusspfiff noch nicht genug und betrieb noch einige Minuten lang seinen eigenen Kleinkrieg mit den HG-Fans. Axel Wolf, Trainer der HG, betrachtete das Geschehen, wollte sich dann doch aber eher zu den sportlichen Dingen äußern. „Es war das richtige Zeichen der Mannschaft. Dank Sören und Markus liefen die Angriffe ruhiger und strukturierter ab, davon hat vor allem Marvin Oschmann mit einer bemerkenswerten Torquote profitiert.“ Für seinen Keeper hatte er dann aber noch ein Extralob parat. „Toto hat eine Bombenabwehr gestellt. Was der alles rausgeholt hat, daran sind die verzweifelt.“ BILD 1 (THOMAS BREVES): Ben Laurinat nutzte die Lücken, die sich ihm nach dem Einlaufen am Kreis boten BILD 2 (THOMAS BREVES):Flexibel zeigte sich Christian Wolf (am Ball). Er war sowohl auf der Mitte als auch Linksaußen zu finden.

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