HG kämpft sich zurück in die Liga

Beim Spiel ohne Rückraum zeigen die Friesländer mehr Biss und Siegeswillen als die Gäste. Frackowiak-Team schiebt sich in der Tabelle nach vorne. VON THOMAS BREVES JEVER/SCHORTENS – Mehr Herz, mehr Leidenschaft, mehr Kampf – es scheint ganz so, als hätten die Verbandsliga- Handballer der HG Jever/Schortens ihrem Trainer in der vergangenen Woche ganz genau zugehört. Denn all das, was der Trainer von ihnen gefordert hatte, legten die Spieler am Sonnabend gegen den TSV Bremervörde II in die Waagschale. Heraus kam ein verdienter 21:18-Erfolg, der durchaus noch hätte höher ausfallen können, wenn es nicht in der zweiten Halbzeit einen unerklärlichen Einbruch gegeben hätte. Begünstigt wurde der HGSieg allerdings auch durch eine erschreckend schwache Angriffsleistung des TSV Bremervörde II. Angriffe mit Abschlüssen aus dem Rückraum waren eher eine Seltenheit. Die Gäste versuchten, spielerisch vor allem über die Außen und Kreisläufer sowie in Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen. Das mündete häufig am Siebenmeterpunkt, mehr als einmal trat ein Abwehrspieler der HG bei Defensivaktionen in den Kreis. Die Folge waren elf Strafwürfe, von denen die Gäste acht verwandelten und zweimal im Nachwurf erfolgreich waren. So standen am Ende lediglich acht Feldtore für den TSV Bremerförde in der Statistik – zu wenig um die HG ernsthaft in Gefahr zu bringen. Das Team von Trainer Jaroslaw Frackowiak hingegen ist bereits für seine Rückraumschwäche bekannt. Jeder Gegner, der gegen die Friesländer antritt, stellt sich deshalb äußerst defensiv auf. Nicht anders machte es die Mannschaft aus Bremervörde, allerdings zeigte die Frackowiak- Sieben mehr Biss als zuletzt und kämpfte um jeden Ball. Sinnbildlich dafür standen mehrere Aktionen von Finn Busalski, der Passwege zustellte, Bälle im Rückwärtslaufen eroberte und sich auch in der Abwehr für nichts zu schade war. Nutznießerßer war immer wieder Jan Bergmann, der gewohnt schnell die Bälle beim Tempogegenstoß ersprintete und dem starken Thilo von Kamp im Gästetor das Nachsehen gab. Schon zur Halbzeit führte die HG mit 9:6. Nach dem Seitenwechsel zeigte die HG ihre wohl stärkste Phase der Begegnung. Über 12:6 setzte sich die Heimmanschaft bis auf 14:7 ab. Die etwa 200 Zuschauer feierten ihre Mannschaft bereits wie den sicheren Sieger. Aber die Gastgeber brachten den TSV Bremervörde II durch Fehler und Unkonzentriertheiten wieder zurück ins Spiel. Innerhalb von zwölf Minuten wiesen die Unparteiischen dabei gleich viermal auf den Siebenmeterpunkt der HG. Torsten Junge, Bremervördes auffälligster Spieler an diesem Abend, ließ sich diese Gelegenheiten nicht nehmen. Er verwandelte entweder kaltschnäuzig oder hatte Glück, dass der Abpraller direkt vor seinen Füßen landete, sodass er im Nachwurf erfolgreich war. Vier Minuten vor Schluss war der TSV beim Stand von 15:17 wieder auf zwei Tore ran. Gästetrainer Bernd Mühlmann entschied sich für ein Spiel „Alles oder Nichts“ und entblößte die Abwehr – ein fataler Fehler. Finn Busalski, Marc Bergers und Jan Bergmann nutzten die entstandenen Lücken beherzt und machten mit ihren Treffern den Sieg perfekt.

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