HG setzt auf zuletzt gezeigte Heimstärke

Henning Cassens fa?llt mit Sehnenverletzung mehrere Wochen aus. Suche nach Co-Trainer la?uft weiter.
VON GORDON PA?SCHEL
JEVER/SCHORTENS – Im Abstiegskampf in der HandballOberliga trifft die HG Jever/ Schortens heute Abend in eigener Halle auf die HSG Bu?tzfleth/Drochtersen. Aufgrund einer Sportveranstaltung und einer besonderen Bitte der Ga?ste (siehe Infokasten) beginnt die Partie in der Halle an der Jahnstraße in Jever erst zur ungewohnten Zeit um 19.15 Uhr.
Bei seiner Heimpremiere als alleiniger Trainer der HG muss Hero Dirks auf Henning Cassens verzichten. Der Nachwuchsspieler verletzte sich im Dienstagstraining und fa?llt voraussichtlich fu?r mehrere Wochen aus. Er riss sich eine Sehne am Finger. Fraglich ist der Einsatz von Torwart Thomas Breves, der wegen Erka?ltungs-
beschwerden am Donnerstag nicht mittrainiert hat. Zudem fehlt Tim Jost. Der Rechtsaußen ist beruflich verhindert. Um seinen Platz in der Startformation konkurrieren Jens Tammen und der A-Jugendliche Dennis Siebels. In den vergangenen beiden Begegnungen hatte jeweils Dennis Siebels von Beginn das Vertrauen der Trainer erhalten.
Im ersten Spiel unter Hero Dirks offenbarte die HG am vergangenen Wochenende in Sandkrug die gleichen Fehler, die sie schon unter Trainer Andreas Jakumeit an den Tag gelegt hatte. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, verlor das Team um Mannschaftskapita?n Oliver Krause im zweiten Durchgang zuna?chst seine Linie und am Ende auch deutlich das Spiel (19:30). Vor allem auswa?rts zeige man „erhebliche Defizite“ lautet der selbstkritische Befund von Hero Dirks und Christian Janssen, der dem Coach derzeit bei der Trainerarbeit behilflich ist. Der Blick auf die bisherige Bilanz untermauert diesen Eindruck. Nach
gut zwei Drittel der laufenden Saison wartet die HG weiter auf erste Punkte in fremder Halle und hofft heute auf den Heimvorteil.
Aber nicht allein die eklatante Auswa?rtsschwa?che macht der HG in dieser Saison zu schaffen. In fast allen Begegnungen mangelte es der Mannschaft an Durchschlagskraft. Mit 401 Toren aus 17 Spielen stellen die Friesla?nder die harmloseste Offensive der Liga. Zum Vergleich: Spitzenreiter TSV Bremervo?rde brachte es bei gleicher Anzahl Punktspiele auf 600 Treffer. Ein Problem der HG: Sie ko?nnen zu selten Kapital daraus schlagen, wenn die gegnerischen Mannschaften Zeitstrafen erhalten. „Unser U?berzahlspiel ist katastrophal“, analysiert Janssen. Und so versuchen sie die HSG Bu?tzfleth/Drochtersen, die gemeinsam mit der HG in der vergangenen Saison aus der Verbandsliga aufgestiegen ist, „mit Tempo u?ber die Außen zu knacken“, so Janssen. Dieses Erfolgsrezept habe beim letzten Aufeinandertreffen in Je-
ver hervorragend gefruchtet. Das war allerdings, bevor sich Bu?/Dro, wie der Club aus der Wesermarsch der Einfachheit halber genannt wird, im Sommer personell geschickt versta?rkt hat.
Drehund Angelpunkt im Spiel der HSG ist Morten Christensen. „Um ihn dreht sich alles“, warnt Christian Janssen vor dem Rechtsaußen. Der Top-Torschu?tze traf in dieser Saison bislang 90 Mal, davon 52 Mal aus dem Feld. Der Rest der Mannschaft pra?sentiere sich als „homogene Truppe“, so die Einscha?tzung Janssens, der den Mitaufsteiger als Tabellenneunten derzeit außerhalb der eigenen Reichweite sieht.
Nichts Neues gibt es unterdessen beim Unterfangen, wieder einen Trainerstab fu?r die ersten Herren aufzubauen. „Ich nehme jeden, den ich kriegen kann“, verdeutlicht Christian Janssen die Dringlichkeit. „Wir sind sta?ndig auf der Suche“. Er wu?nsche sich mindestens „einen zweiten Mann, der Hero im Training unterstu?tzt.“

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