HG trägt Leistungshandball zu Grabe
JEVER/SCHORTENS. (tob) Knapp 50 Zuschauer haben sich am Samstagabend in der Sporthalle an der Jahnstraße eingefunden, um beim Abschied der HG Jever/Schortens vom höherklassigen Verbandshandball dabei zu sein. Einige der Funktionäre des Clubs mochten sich das Spiel gar nicht anschauen und standen etwas verloren vor der Sporthalle, traurig, dass die Arbeit der vergangenen Jahre mit einem 60-minütigen Spiel einfach weggewischt worden ist. So trat im Trainingsspiel gegen die TSG Hatten-Sandkrug – einer Partie ohne wesentlichen Wert – die zweite Mannschaft der HG auf die Platte, die eine Stunde zuvor schon ihr Auftaktspiel gegen die SFN Vechta gewonnen hatte. Einige der Akteure auf dem Feld hatten noch das erlebt, wofür die HG Jever/Schortens vor einigen Jahren angetreten war – sportlichen Erfolg quer durch alle Leistungs- und Altersklassen. Es ist das vorläufige Ende einer rasanten Talfahrt. Den verschiedenen Vorständen fehlte das Vermögen und der Weitblick, zukunftsgerichtet zu planen.
Sieben Jahre ist es her, da war der Erwachsenenbereich der HG, die sich unter dem Dach der Muttervereine MTV Jever, Heidmühler FC und Grün-Gelb Roffhausen gegründet hatte, breit aufgestellt. Die erste Herren-Mannschaft war auf dem Sprung in die Oberliga, die erste Damen-Mannschaft auf dem Weg, sich in der Landesliga zu etablieren. Die zweite Herren-Mannschaft stand völlig ohne Unterstützung altgedienter, ehemals hochklassiger, Recken auf dem ersten Platz der damaligen Weser-Ems-Liga. Die Jugendförderung bot einen festen Gegenpol zur Konkurrenz in Wilhelmshaven und Varel.
Bei Punktspielen galt die Sporthalle an der Jahnstraße als Festung. Bis zu 400 Zuschauer sorgten dafür, dass eher selten eine Gastmannschaft als Sieger die Platte verließ. Am Samstagabend blieb es eher ruhig. Trotz der Doppelbelastung spulte die von Christian Schmalz trainierte Mannschaft ihr Programm souverän ab und gewann deutlich mit 37:25. Damit schob sich die „erste“ Mannschaft der HG auf den zweiten Platz der Tabelle, um anschließend vom Spielbetrieb der Landesliga zurückgezogen zu werden. Die Mannschaft, die auf dem Feld stand, würde vermutlich mühelos den Sprung in die Verbandsliga schaffen. Eine Perspektive würde das allerdings nicht bieten.