Jever/Schortens reichen 30 Minuten
Die Gäste blieben 16 Minuten ohne einen Treffer. Nach der Pause fehlte beiden Teams die klare Linie.
VON JOCHEN SCHRIEVERS
JEVER – Einen Gala-Auftritt zeigten die Landesliga-Handballerinnen der HG Jever/ Schortens beim 27:16-Heimsieg über den SV Osterfeine. Allerdings war die gute Vorstellung schon nach 30 Minuten beendet. Nach dem Seitenwechsel bestimmten Hektik und Unkonzentriertheit das Geschehen. In den ersten Minuten der Begegnung agierten beide Mannschaften etwas nervös. Während sich bei den Gästen unnötige Fehler durch die gesamte erste Halbzeit zogen, fanden die Friesländerinnen gut in die Partie. über 2:2 setzten sie sich auf 5:2 ab. In der elften Minute verkürzte Osterfeine noch einmal auf 5:3. Dann hatte der Angriff der Gäste für 16 Minuten Sendepause. Während Osterfeine Fehlwürfe und technische Fehler in Serie produzierte, zog die HG Tor um Tor davon. Jever/Schortens agierte in der Defensive kompakt und fing einige Pässe der Gegnerinnen ab. Auch im Spiel nach vorne sorgte die Heimmannschaft mit schnellen und genauen Abschlüssen für Jubel auf der Tribüne. In der 27. Minute wies die Anzeigetafel eine 17:3-Führung aus. Erst jetzt gelang es Osterfeine, den Ball ins HG-Tor zu bugsieren. Dem 17:4 folgten bis zum Seitenwechsel noch drei weitere Treffer der Heimmannschaft.
In der Pause rechneten einige Zuschauer schon hoch, wie viele Tore Jever/Schortens wohl noch erzielen würden. Doch aus dem erwarteten
Schützenfest wurde nichts. Die Friesländerinnen wollten sich offensichtlich auf dem Vorsprung ausruhen und die zweite Spielhälfte irgendwie aussitzen. Das tat der Partie nicht gut. Während die HG jegliche spielerische Linie vermissen ließ, versuchten die Gäste über Kraft den Abstand zu verringern. Die Folge waren einige Tore und etliche unschöne Szenen. Ungeschickte Fouls heizten die Stimmung auf dem Feld ebenso an, wie die Kommentare in Richtung Schiedsrichtergespann, die von Trainer und Fans der Gäste kamen. So hitzig die Stimmung auch war, so flach war das Spiel-Niveau. Während Jever/ Schortens noch immer nicht wieder wollte, konnte Osterfeine nichts mehr für die Klasse der Partie tun. Immer wieder landeten Bälle im Aus, oder die Unparteiischen pfiffen wegen Schritten oder Stürmerfoul ab.
Auch wenn es im zweiten Spielabschnitt Handball-Magerkost gab, war HG-Betreuerin Birgit Graalfs zufrieden. „In der ersten Hälfte haben wir gut gespielt und im zweiten Durchgang haben wir den Vorsprung verwaltet“, lautete ihr Fazit. „Hätte uns vorher einer gesagt, dass wir gegen Osterfeine mit elf Toren gewinnen, wären wir alle glücklich gewesen“, störte sie auch die Leistung in den zweiten 30 Minuten nicht. Mit nun 8:8-Zählern liegen die Friesländerinnen auf Rang neun. „Der Tabellenerste hat gerade einmal drei Minuspunkte weniger“, kommentierte Graalfs die Lage der HG schmunzelnd.