Knapper Erfolg im Derby
Laura Ettelt beweist vom Punkt Nervenstärke. Sie verwandelt alle acht Siebenmeter der Gastgeberinnen.
JEVER/SCHORTENS. (sv) Das wäre fast noch ins Auge gegangen: Die Landesklassen-Handballerinnen der HG Jever/Schortens behaupteten ihren zeitweiligen Fünf-Tore-Vorsprung gegen die HSG Neuenburg/Bockhorn in der Schlussphase der Begegnung in der Sporthalle an der Schortenser Beethovenstraße nicht. Die Südfriesländerinnen glichen in der 58. Minute zum 33:33 aus, kassierten danach noch zwei Gegentreffer. Das 13. Tor von Isabelle Cassens neun Sekunden vor dem Spielende gefährdete den 35:34-Sieg der HG Jever/Schortens nicht mehr.
Die ersten fünf Minuten der Partie verliefen ebenso ausgeglichen, wie die Schlussphase. Nach dem 3:3 (5.) zog die Onnen-Sieben über 6:3 (7.) auf 11:4 (13.) davon. In diesem Spielabschnitt setzten die Gastgeberinnen konsequent die Vorgaben aus dem Abschlusstraining um. Als Laura Ettelt kurz vor dem Seitenwechsel per Siebenmeter das 16:12 erzielte, schien das Konzept der HG aufzugehen, zumal gleich nach Wiederbeginn drei Treffer gelangen. Aus dem 19:12-Vorsprung wurde ein 24:17 (40.).
Die Neuenburgerinnen steckten aber nie auf. Über Tempohandball verkürzten sie bis zur 52. Minute auf 29:30. Danach folgte ein spannender Schlagabtausch, in dem die Haupttorschützinnen aus beiden Teams ihre Stärke unter Beweis stellten. Laura Ettelt verwandelte nervenstark den nächsten Strafwurf zur 31:29-Führung der HG. Christine Legler und Isabelle Cassens warfen die Tore zum 31:31-Ausgleich (55.). Ein weiterer Strafwurftreffer von Laura Ettelt brachte die Gastgeberinnen wieder in Führung, Isabelle Cassens vollstreckte zum 32:32-Gleichstand. Dann kassierte Fenja Bauer (57.) eine Zeitstrafe. In Unterzahl sorgte Laura Siebels für die erneute Führung der HG. Wieder war es Isabelle Cassens, die 100 Sekunden vor dem Spielende ausglich. Der nächste HG-Angriff wurde regelwidrig gestoppt – Zeitstrafe gegen die HSG und Siebenmeter für die Onnen-Sieben. Laura Ettelt erzielte 70 Sekunden vor dem Abpfiff per Strafwurf das 34:33. Damit war der Torreigen aber noch beendet. Die Gäste brachten den nächsten Angriff nicht im HG-Tor unter. Auf der Gegenseite demonstrierte Laura Siebels 55 Sekunden vor dem Schlusspfiff beim 35. HG-Treffer ihre Cleverness. Anneke Wolf bremste den stürmischen Angriff der Gäste zehn Sekunden später regelwidrig. Dies brachte ihr eine Zeitstrafe ein. Sie hatte aber erreicht, dass die Neuenburgerinnen zu lange brauchten, um den nächsten Angriff abzuschließen. Zwar erzielte Isabelle Cassens noch den 34. Treffer für die HSG, zu einem weiteren Vorstoß reichte die Zeit nicht mehr.