Krimi-Derby reißt Zuschauer mit

Eine lange Schwächephase im zweiten Durchgang ließ TuRa Marienhafe schon wie der Sieger aussehen.
VON KATHRIN KRAFT
JEVER – Zwei Minuten vor dem Spielende hielt es die Zuschauer in der Jahnhalle nicht mehr auf den Sitzen. Soeben hatte Jan Bergmann nach einem wahren Kraftakt den Ausgleich zum 26:26 gegen TuRa Marienhafe geworfen, der junge Torsten Janssen im Tor hielt seine HG Jever/Schortens mit einer von mehreren Paraden in der Schlussphase im Spiel. Der Jubel kannte kaum Grenzen, als Markus Dröge und erneut Jan Bergmann zum 28:26-Sieg der HG vollendeten. Die Spieler liefen aufs Feld, umarmten sich und hüpften – während einer dabei zuschauen musste: HG-Routinier Sören Krebst hatte sich in der 36. Minute schwer verletzt und fällt mit einem Achillessehnenriss bis auf weiteres aus.
Das neue Derby der Handball-Verbandsliga zwischen der HG und Aufsteiger TuRa Marienhafe machte seinem Namen alle Ehre. Nach einer mäßigen ersten Halbzeit, in der die HG zwischenzeitlich mit vier Toren führte (10:14), ging es mit dem 15:13 für die Gastgeber in die Pause. Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm die Partie dann an Fahrt auf. Zunächst galt das aber nur für TuRa Marienhafe. Die Gäste drehten nämlich auf und machten aus dem 13:15Rückstand eine 17:15-Führung. Bei der HG lief in dieser Phase wenig zusammen, Unkonzentriertheiten mit unnötigen Ballverlusten prägten das Bild. Mitten hinein fiel außerem die Verletzung von Sören Krebst. HG-Trainer Hero Dirks, der angekündigt hatte, nur im Notfall spielen zu wollen, sah den Moment gekommen und übernahm das Kommando auf dem Feld.
Die Schwächephase der Friesländer war damit aber noch nicht beendet. Aufgrund von hektischen Abschlüssen, einigen verworfenen Siebenmetern und einer nur mäßige Defensivarbeit sah sich die HG plötzlich mit vier Toren im Rückstand. Auch nach der Roten Karte gegen TuRas Keno Lücken Mitte der zweiten Hälfte hielten die Gäste den Vorsprung noch eine Weile, dann aber wurde der Aufsteiger unruhig.
Die HG Jever/Schortens hingegen traf plötzlich wieder, während Torsten Janssen im Tor mit einigen sehenswerten Paraden glänzte. Zwei Chancen zum Ausgleich vergaben die Gastgeber noch, ehe Jan Bergmann bei 57:41 Minuten auf der Uhr endlich den lang ersehnten und lautstark umjubelten Ausgleich erzielte. Bergmanns Animation an das Publikum, die HG jetzt nicht im Stich zu lassen, fruchtete, und das Team gewann mit 28:26 auch das dritte Spiel der laufenden Saison.


HG Jever/Schortens -
TuRa Marienhafe 28:26 (15:13)

HG Jever/Schortens: Janssen (1.-27., 39.-60. Minute/15 Paraden) und Sanden (27.-39./3) im Tor; Graalfs (2 Tore), Cassens (4), Krebst (3/2 Siebenmeter), Keib, Dirks (1/1), Dröge (6/1), Bergmann (8/1), Hanken (1), Berges, Siebels.
TuRa Marienhafe: Maltzahn (1.-60./5), Spinneker (für einen Siebenmeter) und Hanebugrer (n.e.) im Tor; Speckmann, Kramer (8), Poppinga (2), Bumund (6/4), Gronewold (2), R. Janssen (3), Rossow (1), Lücken (4), Lengert, Fevert, J. Janssen. Siebenmeter: HG 5/10; TuRa 4/5. Zeitstrafen: HG 7; TuRa 8.
Rote Karte: TuRa-Spieler Keno Lücken wegen dritter Zeitstrafe.

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