Kurioses Tor löst beinahe Eklat aus

JEVER – Mit einem umstrittenen Treffer in der letzten Sekunde zum 25:24 hat die HG Jever/Schortens am Sonnabend ihr Punktspiel in der Handball-Oberliga gegen die TSG Hatten-Sandkrug gewonnen. Gut 300 Zuschauer erlebten in der Halle an der Jahnstraße einen Sport-Krimi, dessen Drehbuch kaum spannender ha?tte geschrieben werden ko?nnen.
Als unfreiwilliger Dramaturg trat dabei das Schiedsrichterduo aus Warsingsfehn auf. Seine Entscheidungen erhitzten fru?h die Gemu?ter und ließen die Gesichtszu?ge bei Ga?ste-Coach Henning Sohl gleich mehrfach entgleisen. Die Rolle des tragischen Helden besetzte zudem Oliver Krause. Der Mannschaftskapita?n der HG, der wegen einer tiefen Risswunde an der Hand eigentlich gar nicht hatte spielen sollen, verletzte sich in der 17. Minute erneut so schwer am Sprunggelenk, dass er mit einem Riss des Außenbandes in ein Auricher Krankenhaus transportiert werden musste. Und schließlich entluden sich die Emotionen nach 60 intensiven Spielminuten beinahe noch in einem Eklat. Wa?hrend die Außenseiter, die lange wie die sicheren Verlierer ausgesehen hatten, stu?rmisch ihren ersten Saisonsieg feierten, sahen die gestu?rzten Favoriten sprichwo?rtlich rot. Nur mit Mu?he konnte HG-Vorsitzender Christian Janssen die beiden rot-schwarz gekleideten Herren vor U?bergriffen erboster Zuschauer und Spieler schu?tzen. Schon von der ersten Minute an gingen beide Seiten mit großem Engagement zu Werke. Der Tabellenzweite aus Hatten-Sandkrug setzte dabei zuna?chst auf eine kompakte 6:0-Deckung und erarbeitete sich nach einem 1:2- Ru?ckstand eine knappe Fu?hrung (4:2, 11./7:4, 19.). Erst allma?hlich fand die HG, bei der bis zu seiner Verletzung überraschend Oliver Krause aufgelaufen war, besser in die Partie. Die 5:1-Deckung bekam die nahezu permanent in Unterzahl spielenden Ga?ste besser in den Griff, und im Angriff sorgte Markus Kuhnt fast im Alleingang dafu?r, dass die HG wieder herankam. In der 25. Minute traf er mit seinem bis dahin sechsten Trefer zum 7:7-Ausgleich. Steffen Graalfs und der erneut starke Jan Harms brachten die Gastgeber sogar in Fu?hrung (8:7, 9:8), doch der Vorsprung schmolz bis zur Halbzeitpause dahin (9:9).
Im zweiten Abschnitt drohte Hatten-Sandkrug dann davonzuziehen. Die auf 5:1 umgestellte Deckung zuna?chst gegen den guten Krause-Vertreter Sven Wolf und spa?ter gegen Jan Harms zeigte Wirkung, zumal die TSG jetzt zielstrebiger in der Offensive auftrat. Mit 9:12 (33.) und 12:15 (38.) hielt sich Jever/Schortens jedoch in Schlagdistanz. Angefu?hrt von einem immer sicherer agierenden Sven Wolf im Ru?ckraum glich die HG bis zur 42. Minute wieder aus (16:16), lief danach aber erneut einem Ru?ckstand hinterher. Beim 20:23 (50.) aus Sicht der HG glaubten nur noch wenige an den Außenseitersieg.
Doch die TSG rieb sich in verbalen Duellen mit den Schiedsrichtern auf, verlor in den Schlussminuten gleich drei Spieler mit Roter Karte und musste mit ansehen, wie die HG sich noch einmal aufba?umte. In einer hektischen Schlussphase, die mit nur sieben Feldspielern beendet wurde, glich der Gastgeber durch Markus Kuhnt zuna?chst zum 24:24 aus (58.), ehe Jan Bergmann in der letzten Sekunde den Ball in die Ha?nde bekam. Der HG-Spieler traf vom Kreis aus zwar nur den Pfosten, von dort prallte das Spielgera?t jedoch an die Ferse seines Gegenspielers und kullerte schließlich doch noch u?ber die Linie.

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