Stammsieben muss zurückstecken
Die TS Hoykenkamp hat das Hinspiel deutlich gewonnen und war sichtlich überrascht von so viel Gegenwehr. VON ANNA GRAALFS
JEVER/SCHORTENS – Den Zuschauern der Handball-Landesligapartie zwischen der HG Jever/Schortens und der TS Hoykenkamp ist es am Samstagabend in der Jahnhalle über weite Strecken wohl wie eine Verlängerung des Spiels der HG Jever/Schortens II vorgekommen. Die hatte bereits am Nachmittag ihr Pflichtspiel gegen den MTV Aurich erfolgreich bestritten (siehe unten), ehe im Anschluss die erste Mannschaft gegen den Landesliga- Tabellenführer aus Hoykenkamp ran musste. Die nervenaufreibende und vor allem unerwartet knappe Partie endete 23:23.
Ein wichtiger Punktgewinn für die HG, an den selbst HGTrainer Axel Wolf vor dem Spiel nicht geglaubt hat. Der Punkt war in erster Linie den vier Routiniers aus der zweiten Mannschaft zu verdanken, die in der ERrsten aushalfen. Aber auch der sehr gut aufgelegte HG-Torhüter Thorsten Janssen trug mit 14 Paraden seinen Teil dazu bei.
Dank der Spieler aus der HG-Reserve sahen die Zuschauer ein ungewohnt routiniertes Spiel des HG-Landesligisten. „Auch unter Bedrängnis finden die Jungs Lösungen, die unsere jungen Leute eben einfach nicht finden“, brachte es Axel Wolf nach dem Spiel auf den Punkt. Er zog dankbar seinen Hut vor den vier Spielern, die ausgeholfen haben.
„Es ist gerade ein Überlebenskampf und deswegen habe ich mich nicht gescheut, das Angebot von vier Spielern anzunehmen“, erklärte Wolf, der dafür seine eigentlichen Stammkräfte Sebastian Keib und Marvin Oschmann gar nicht erst aufstellte. Die meisten Spielanteile aus der Stammsieben hatten neben Keeper Thorsten Janssen Christian Wolf und Jan Bergmann. Stattdessen war es vor allem Ex-Nationalspieler Jan Henrik Behrends aus dem Kader der HG-Reserve, der mit elf Treffern auftrumpfte. Aber auch Kai Behrend, Hero Dirks und Markus Dröge, die im Doppeleinsatz waren, hatten große Spielanteile. Insgesamt erzielten die Routiniers 18 der 23 HG-Tore.
Behrends war es auch, der der HG in der Anfangsphase mit seinen drei Treffern zum 3:1 den Weg ebnete. Janssen parierte gleich in den ersten Minuten einen Siebenmeter und glänzte mit weiteren starken Paraden, ehe die Gäste zum ersten Mal ausglichen (4:4, 10.). Die HG zog erneut auf drei Tore davon (7:4, 14.), doch die Gäste blieben dran, in die Pause ging es mit einem 14:14.
Die zweite Hälfte war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kaum lag Jever/Schortens mit einem Tor in Front, glichen die Hoykenkamper im Gegenzug aus. Kein Team schaffte es, sich abzusetzen. Bei einem Spielstand von 21:20 aus HG-Sicht starteten die Teams in die letzte Viertelstunde. In der bekamen die Zuschauer in der voll besetzten Jahnhalle nur fünf Tore bis zum 23:23-Endstand zu sehen. Dafür hagelte es aber auch ebenso viele unnötige Zwei-Minuten-Strafen, vier davon für die HG, von denen eine erneut gegen die Bank ausgesprochen wurde. Überrascht von so viel Gegenwehr gelang es den Gästen, die das Hinspiel noch deutlich mit 37:24 gewannen, nicht einmal in Führung zu gehen.