Starker Mann an der Seitenlinie

HG Jever/Schortens trennt sich zum Saisonende von Jaroslaw Frackowiak. Verjüngung des Teams steht im Vordergrund. VON THOMAS BREVES JEVER/SCHORTENS – Seit 2008 ist Reiner Schumacher Trainer beinahe jeder Jugendhandball-Mannschaft bei der HG und JSG Jever/Schortens gewesen. Nun folgt der nächste Schritt. Der Coach übernimmt ab der kommenden Spielzeit die Geschicke an der Seitenlinie der ersten Herrenmannschaft und löst damit den bisherigen Trainer Jaroslaw Frackowiak ab. Frackowiak selbst ist auch erst seit Beginn der laufenden Saison für die Mannschaft verantwortlich. Dennoch sah der Vorstand angesichts der sich abzeichnenden sportlichen Entwicklung nun Handlungsbedarf. „Wir sind der Meinung, dass etwas unternommen werden muss, um in zwei bis drei Jahren nicht vollständig im regionalen Männer-Handball verschwunden zu sein“, sagt Christian Janssen, Vorsitzender der HG. Der Verein wagt damit erneut einen Schnitt und setzt innerhalb von acht Jahren bereits den sechsten Trainer ein. Das neue Ziel soll der Aufbau einer stark verjüngten Mannschaft mit einem Trainer sein, der sich im Umland auskennt, Spieler scoutet sowie konzeptionell mit den Jugendtrainern arbeitet. Warum das mit dem derzeitigen Coach Frackowiak nicht möglich sein soll bleibt unklar. „Ich muss das aber akzeptieren, ich habe damit gerechnet“, sagt der Trainer, der noch bis zum Saisonende das Amt innehaben wird. „Wenn man sieht, wo wir jetzt stehen, muss ein Schnitt gemacht werden“, äußert er auch Verständnis. „Ich hätte gerne weitergemacht, aber das ist kein Wunschkonzert. Ich werde die Saison vernünftig zu Ende bringen.“ Für Reiner Schumacher erfüllt sich hingegen ein lange gehegter Wunsch. Schon vor zwei Jahren hatte er seinen Hut in den Ring geworfen. „Der Reiz ,erste Herrenmannschaft’, da was zu bewegen, ist groß“, sagt Schumacher, der sich die Entscheidung dann aber doch nicht ganz leicht gemacht hat. Sogar ein Anruf bei Trainerkollegen und Freund Michael Biegler sollte Klarheit bringen. Der sagte nur „mach es!“. Schumacher hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Mannschaft aus ihrem Winterschlaf zu reißen. „Mit mir ist es nicht einfach, das ist bekannt.“ Tatsächlich ist die Art und Weise des Trainers nicht immer leicht verdauliche Kost. Einen Kuschelkurs wird es nicht geben. Er hat klare Vorstellungen. Dazu gehört auch die regelmäßige Trainingsteilnahme. Was sich wie eine Selbstverständlichkeit anhört trifft derzeit nämlich in der Realität nicht zu. Und so erkennt Schumacher auch das Dilemma von Trainerkollegen Frackowiak: „Joschi ist ein toller Trainer, aber was soll er machen, wenn keiner ins Training kommt?“ Schon im Jahr 2003 hatte die HG Jever/Schortens ein ambitioniertes, mittelfristiges Konzeptes zur Sicherung der Verbandsliga aufgestellt. „Mit träumerischen Ambitionen auf die Oberliga“, wie der Vorsitzende Christian Janssen einräumt. „Um dieses umzusetzen müssen wir einen Trainer stellen, der sich um den Aufbau einer stark verjüngten Mannschaft kümmert.“ Das soll nun die Aufgabe von Reiner Schumacher werden. Mit zum Trainerteam gehören dann Axel Wolf und Physiotherapeut Dietmar de Vries.

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