Und das Schönste: Julia konnte selbst dabei sein

Sporthalle an der Jahnstraße war bis auf den letzten Platz belegt. Der Verein hatte sich einiges einfallen lassen.
VON KATHRIN KRAFT
JEVER – Das Lächeln von Julia Grüning ist ein strahlendes, die blauen Augen funkeln und sie wirkt glücklich im Kreis ihrer Mannschaftskolleginnen. Das darf sie auch sein, denn mehr als 500 Zuschauer sind gestern ihr zuliebe zum Benefiz-Handballspiel zwischen der HG Jever/Schortens und der HSG Varel-Friesland gekommen. Sie alle wollten Julia mit ihrer Spende helfen, ihre LeukämieErkrankung erträglicher zu machen.
„Die Krankheit kann ihr keiner abnehmen, aber die Leute können ein Signal setzen. Das ist eine ganz tolle Sache“, lobte Jevers Bürgermeisterin Angela
Dankwardt, die sich in Ermangelung an Sitzgelegenheiten auf eine Treppenstufe quetschte. Die Idee zu diesem Spiel hatte Barbara Staszewski, Trainerin von Julias A-Jugendmannschaft bei der HG. Sie hatte zusammen mit ihren Schützlingen einen rundum gelungenen Nachmittag mit allem Drum und Dran organisiert. In der Pause präsentierten die männlichen Kollegen Trikots, Bälle und Bilder, die von den Zuschauern ersteigert werden sollten. Als Auktionator fungierte HG-Trainer Reiner Schumacher, der die verschiedenen Stücke gekonnt an den Mann brachte. 255 Euro kamen dabei herein. Gleichzeitig liefen die A-Juniorinnen mit Losen durch die Halle. „Wir ha-
ben tolle Preise gestiftet bekommen. überhaupt ist die ganze Veranstaltung ganz toll“, versicherte auch Petra Brunet von der HG Jever/
Schortens.
Und das Schönste für alle Beteiligten war: Julia selber war so fit, dass sie in der Halle sein und das Spiel zu ihren Gunsten inmitten ihrer Handballkollegen und Freundinnen erleben konnte. In der Halbzeitpause bedankte sie sich bei den vielen Zuschauern für deren Kommen. „Diese Unterstützung ist ganz, ganz toll“, sagte sie dankbar. Von HSG-Kapitän
Niels Bötel bekam sie ein signiertes Trikots und einen Umschlag mit einer weiteren Spende überreicht, die die Spieler von ihrem Mannschaftsfahrtbudget abgezwackt hatten. Des weiteren durfte Julia einen großen Scheck über 500 Euro mit nach Hause nehmen, den Rüdiger Brüling und Harro Bargen überreichten.
Angesichts dieser vielen und großzügigen Zuwendungen waren auch Julias Eltern überwältigt. „Wir können das gar nicht richtig glauben“, sagten Friedrich und Elisabeth Grüning nach Abpfiff der Handballpartie. Sie hoffen aber, dass dieses „eindrucksvolle Ereignis“ Julia in ihrer Genesung bestärkt und bedankten sich vor allem bei Barbara Staszewski aber natürlich auch beim Verein und den zahlreichen Zuschauern.
Ach ja, Handball gespielt wurde auch: Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit gewann die HSG am Ende mit 32:22 (16:13).

Zurück