Unkonzentriert und überhastet
Auch Trainer Markus Dröge machte auf der Bank nicht die beste Figur. Fehlentscheidungen trugen zur Niederlage bei.
VON THOMAS BREVES
JEVER/SCHORTENS – Unnötig, so lautete das Urteil nicht nur von Birgit Graalfs, Betreuerin der Landesliga-Handballerinnen der HG Jever/Schortens als Bewertung der 24:29-Niederlage gegen den ASC GrünWeiß Itterbeck am Sonnabend in der Sporthalle an der Jahnstraße. Doch letztlich war der Sieg für die Gäste, die zwischenzeitlich sogar mit 13:18 zurücklagen, äußerst verdient. Sie ließen zu keinem Zeitpunkt der Begegnung den Kopf hängen, kämpften sich beherzt zurück ins Spiel und zeigten insbesondere in der Schlussphase der Partie starken Tempohandball. Genau das hatte sich eigentlich auch die HG vorgenommen, doch ab der 36. Minute lief bei den Gastgeberinnen nur noch wenig zusammen. Denn auch Trainer Markus Dröge unterliefen kaum nachvollziehbare Fehler.
Schon bei der Besetzung der Auswechselbank blieben einige Fragen offen. So ließ er seine zweite Torhüterin Larissa Rickleffs, die zwar aufgrund eines grippalen Effekts während der Woche nicht trainieren konnte, auf der Tribüne Platz nehmen und vertraute somit einzig und allein auf Sandra Möhlmann. Die erwischte allerdings keinen guten Tag. Während ihre Kontrahentin Gina Baarlink im ASCTor zur Höchstform auflief, kam sie in der zweiten Halbzeit gerade einmal auf zwei Paraden. Eine Wechseloption hätte möglicherweise einiges ändern können. Trotzdem baute die HG ihren Vorsprung zunächst kontinuierlich bis kurz nach Wiederanpfiff aus. Da führte sie mit 18:13 und schien alles im Griff zu haben. Doch dann kam der Bruch.
Im Angriff wirkte die HGSieben plötzlich nervös und unkonzentriert. Ein Grund dafür waren sicherlich die vielen Wechsel, die Dröge während des Spiels vornahm, aber auch die gut sortierte und organisierte 6:0-Formation aus Itterbeck zeigte sich zunehmend griffiger. Dröge vertraute in der Abwehr zwar auch auf die bewährte 6:0. Die ließ sich jedoch gerade in der zweiten Halbzeit vom starken Rückraum der Gäste auseinanderziehen. Und so hatte Kreisläuferin Silke Baarlink häufig nicht nur viel Platz, sondern auch freie Wurfbahn. Erst kurz vor Schluss stellte Dröge die Abwehr auf eine 5:1-Formation um, eine Maßnahme, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr fruchtete. Der Rückstand war schon zu hoch.
„Wir haben einfach zu viele individuelle Fehler gemacht. Itterbeck kann das bestrafen. Das wussten wir“, erklärte HG-Betreuerin Birgit Graalfs nach dem Spiel. ASC-Trainer Albert Schulz wirkte von dem Sieg seines Teams indes beinahe überrascht. Ihm fehlte mit der 34-jährigen Kreisläuferin Esther Lügtenaar sogar an diesem Spieltag der Kopf der Mannschaft. Zudem hatte das Team nach der vergangenen Saison zwei Spielerinnen an die HSG Nordhorn abgeben müssen. „Wir hatten uns hier nicht viel ausgerechnet“, erklärte er.
HG Jever/Schortens - ASC GrünWeiß Itterbeck 24:29 (14:11)
HG Jever/Schortens: Möhlmann (1. 60. Minute/7 Paraden) im Tor; Berger, Diefenbach (1 Tor), Schoster (3), Müller (3), Wolf, Diers, Kolbusch (1), Brünen (1), Speckmann, Staszewski , Muschick (4), Busalski (5/5 Siebenmeter), Madena (6/1). Siebenmeter: HG 6/7; ASC 2/2. Zeitstrafen: HG 1; ASC 4. Schiedsrichter:Imholze/Müller.